Wolfgang Harm - Songwriter, Fotograf + Life-Coach
Musik, Texte, Fotos . . . .

Sozialpolitische Texte

Hier findet Ihr, sofern Ihr an Sozialpolitik + Sozialarbeit interessiert seid, einige von mir in früheren Jahren veröffentlichte Fachaufsätze. Auch diese Texte sind bereits etwas älter, doch deren Aktualität wird der Leser/in zweifellos bemerken können. In gewisser Hinsicht haben sie sogar eine prognostische Dimension, wenngleich ich keine hellseherischen Qualitäten für mich in Anspruch nehmen möchte.


Marktorientierung und soziale Arbeit  (2002)

Anmerkungen zu einem Widerspruch

“Die Unfähigkeit, das Leiden eines anderen als eigenes Leiden
zu erfahren, führt dazu, daß sich solches Leiden fortsetzt.
Trennung gebiert Gleichgültigkeit, ein falsches Überlegenheits-
gefühl. Einheit führt zu Mitgefühl, zu echter Gleichberechtigung.”
(N.D. Walsch, “Gespräche mit Gott”, Bd.2: ‘Gesellschaft
und Bewußtseinswandel ’, S. 91, 1998)

“ Wer sich der Macht ergeben hat, für den kann es in den    
sozialen Beziehungen grundsätzlich keine Ebenbürtigkeit    
geben.”                                                                          
(Arno Gruen: ‘Der Wahnsinn der Normalität’, S. 139, 1993)


Bereits seit längerem ist aus verschiedenen berufenen Mündern zu vernehmen, daß in der Landschaft der sozialen Projekte und Institutionen die klassische sozialpädagogische Orientierung durch Marketing-Strategien ergänzt oder gar ersetzt werden müsse. Man könne vom Staat nicht mehr die umfassende Dauersubventionierung sozialer Arbeit und sozialen Engagements erwarten, vielmehr müsse man sich auch zu neuen Zielgruppen und Partnern hinbewegen sowie ein Stück betriebswirtschaftliche Eigenverantwortung gewährleisten. Insoweit hätte man den veränderten politisch-ökonomischen Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen.

Ich halte es für wichtig, daß die Sozialarbeit sich von diesem scheinbar modernen Denken nicht dogmatisch - aber doch deutlich genug  - distanziert. In folgendem Text werde ich versuchen, diese Haltung zu begründen. 

Das, was der Markt auch im Sozialbereich regeln soll, ist m.E. einfach umschrieben, er soll durch verstärkte Konkurrenz - auch Wettbewerb genannt - die preisgünstigsten Anbieter bei gleichzeitig optimaler Qualität ermitteln. Wer in diesem Sinne effizient genug ist, erhält den Zuschlag. Nun werden ja in der Sozialarbeit selten Spitzengehälter gezahlt und solange ich in der Sozialarbeit tätig war, ist der Zustand von Mittelknappheit die haushaltspolitische Normalität gewesen. Relativ neu ist, daß diese Mittel seit einiger Zeit nun noch knapper fließen. Die unter den Trägern durch die neuen Steuerungsmodelle beabsichtigte Konkurrenz hatte zwar vordergründig durchaus eine an den Klienten orientierte Qualitätssteigerung zum Ziel, war jedoch in Wahrheit primär von dem Interesse getragen, die Ausgaben im Jugend-, Sozial- und Gesundheitsbereich insgesamt zu senken. Dies ist offenbar gelungen. Dennoch war bzw. ist der ‘menschliche  Preis’ für diesen Effekt relativ hoch, denn bei diesem Gerangel um finanzielle Zuwendungen ging die Solidarität unter den Trägern in nicht unerheblichen Teilen verloren; wobei die Kooperation der verschiedenen Projekte und Institutionen im Rahmen einer solidarischen Vernetzung jedoch gerade auch für das Klientel sozialer Arbeit zwingend notwendig ist. Ein Dilemma also, welches den aggressiven Grund-charakter markwirtschaftlicher Instrumentarien deutlich werden läßt. Wünschenswerte Kooperation wird man sicher nicht durch verstärkte Konkurrenz erzeugen. Was nicht bedeutet, daß es nicht gut wäre, wenn hin und wieder ein wenig Belebung in die soziale Trägerlandschaft kommt. Doch wenn man in erster Linie die Belange der sozialen Arbeit und deren Zielgruppen im Auge gehabt hätte, wären keine dirigistischen Steuerungsmodelle notwendig gewesen sondern vielmehr eine kreative und ergebnisoffene Debatte um neue Konzepte und Inhalte der Sozialarbeit, die im übrigen in einem dialogischen und partnerschaftlichen Klima zu führen wäre, und nicht in einem Rahmen, der primär von finanzpolitischem Herrschaftskalkül geprägt ist. Letztlich waren es im übrigen auch wirtschaftspolitische Interessen, die im Rahmen staatlicher Deregulierungspolitik dazu geführt haben, daß die Sozialarbeit aus ihren wichtigen gesellschaftlichen Schonräumen vertrieben und in die Arenen marktwirtschaftlicher Prozesse gedrängt wurde.

 
Wenden wir uns weiteren Implikationen des Themas zu. Es wird sicherlich niemand etwas dagegen einzuwenden haben, wenn z.B. ein Sozialprojekt, welches unter Zuwendungskürzungen leidet, im Rahmen eines Sponsoring-verhältnisses finanzielle Unterstützung erfährt. Mir scheint damit aber noch lange nicht einsichtig, warum die Sozialarbeit die markt- und betriebs-wirtschaftliche Philosophie jener Kräfte übernehmen sollte, aus deren Kassen sie bisweilen Geldmittel erhält, welche die öffentlichen Haushalte nur noch in knapperen Umfängen bereitstellen; eine Philosophie im übrigen, deren Wettbewerbscharakter ja im Kern dafür verantwortlich ist, daß es das marginalisierte Klientel der Sozialarbeit überhaupt gibt. 

Nun muß man nicht Marxist sein, um zu begreifen, daß die innere menschliche Haltung, die im Rahmen von empathisch-sozialer Arbeit notwendig ist, eine andere sein muß, als jene, die notwendig ist, um ein kapitalistisches Wirtschaftsunternehmen profitabel zu führen. Was nicht bedeutet, daß nicht auch ein Unternehmer ein humanistisches Anliegen haben kann und andererseits nicht auch ein Sozialarbeiter seine Kasse ordentlich zu führen hat. 
 
Doch wird man grundsätzlich nicht umhin können, zu erkennen, daß die betriebswirtschaftliche Semantik Ausdruck einer gesellschaftlichen Ökonomie ist, die primär und funktional auf der Basis von Wettbewerb und Konkurrenz sowie der Ausbeutung von Mensch und Natur stattfindet und sich weniger durch Kooperation und Hilfe für Schwächere auszeichnet. Die Erfolgshymnen, die auf die jungen Start-up-Unternehmer gesungen werden, können nicht wirklich davon ablenken, daß es gleichzeitig jede Menge Pleiten, Bankrotte und Konkurse gibt, was in einer Wirtschaftsordnung, in der es nur Gewinner geben kann, wo es auch Verlierer gibt, nicht verwundert. Ausschlagebend ist dafür im ätiologischen Sinne der kulturelle Mythos, daß letztlich stets nur der Stärkere überleben kann.

Die liebevolle und humanistische Idee, daß eine Weltordnung möglich wäre, in der alle gewinnen könnten, weil genug für alle da ist und jeder Mensch auf dieser Erde dein Bruder oder deine Schwester und somit ein Teil von Dir selbst ist, ist ja nicht deshalb falsch, weil sie in Anbetracht unserer ‘zynischen’ Realitäten so einfältig und lächerlich wirken mag  (vergl. hierzu  auch: N.D.Walsch, ”Gespräche mit Gott”, Bd.2, S. 89-91). Dennoch ist es in Wahrheit die einzig wirksame fundamentale Idee, welche diese Welt im Positiven essentiell verändern könnte, wenn wir ihr genügend inneren und äußeren Raum gäben. Eine Perspektive, die in Anbetracht vielfältigster ökologischer Bedrohlichkeiten, welche der Mensch in seiner ‘seelischen und sozialen Selbst-entfremdung’ erzeugt hat, durchaus nicht obsolet geworden ist. Unsere Weltordnung ist letztlich eine Ordnung, die auf Gewalt und Einschüchterung beruht, selbst wenn wir dies im Alltag nicht immer bemerken, weil wir uns ein Leben lang an das soziale Gegeneinander gewöhnt haben. Poetischer formuliert: wer in der Dunkelheit wohnt, wird sich nur sukzessive am Licht erfreuen können.

Die verschiedenen zivilisierten Kampfzonen des Überlebens machen eine charakterliche Ausrichtung des Einzelnen erforderlich, welche in dem System des ‘Durchbeißens’ nutzbringend und effektiv ist. Dennoch scheitern immer wieder Menschen in diesem Wettbewerb, weil eben nicht vorgesehen ist, daß dabei alle gewinnen. Am Beispiel der Arbeitslosigkeit läßt sich dieses gut verdeutlichen. Die Arbeitslosigkeit kann nicht beseitigt werden, weil sie gar nicht beseitigt werden soll. Denn, um dies zu tun, wäre eine solidarische Umverteilung von Arbeit notwendig, die es in einem System der Konkurrenz solange nicht geben kann, wie es sein dissoziales Grundverständnis nicht abschafft. Dabei soll nicht aus dem Blick geraten, daß dieses riskante Wettbewerbssystem mit sozialen Abfederungen umrankt ist. Aber seines aggressiven Wesens wird es dadurch keinesfalls beraubt.   

Die Sozialarbeit hatte und hat in diesem Kampf ums Überleben eine soziale Ausgleichsfunktion, in deren Rahmen die Merkmale der gesellschaftlichen Konkurrenz partiell außer Kraft gesetzt sind. Für die Klienten der Sozialarbeit ist die Welt der sozialen Projekte, der Hilfs- und Behandlungs-einrichtungen ein Schonraum, in dem sie sich regenerieren und neue Selbstdefinitionen entwickeln können.

Ein solches ‘emotionales Soziotop’, in dem die Ausgegrenzten und Hilfe-bedürftigen jene Unterstützung, Fürsorge und Liebe erfahren können, die ihnen in den gesellschaftlichen Arenen der Selbstbehauptung meist versagt bleibt, ist insoweit Ausdruck einer sozial-empathischen Gegenkultur, die quasi anta-gonistisch zur herrschenden Ideologie und Realität der Dissozialität steht, in der die Vielheit der soziologischen Egos um gesellschaftliche Teilhabe kämpft. 

Und wir wissen, daß gerade in den Armutsvierteln, den sozialen Brennpunkten und Hochhaus-Ghettos solche ‘sozialen Inseln des Vertrauens und der Hilfe’ enorm wichtig sind, weil sie oftmals die letzten Instanzen sind, über die noch ein vertrauensvoller Bezug zur Gesellschaft besteht. Tatsache ist ja, daß sich viele Menschen zu ‘ihrer’ Gesellschaft gar nicht mehr zugehörig fühlen, weil sie sich abgekoppelt und nicht mehr gemeint fühlen; ein Lebensgefühl, dessen Authenzität und Berechtigung man in Anbetracht der sozialen Realitäten nicht ernsthaft in Frage stellen kann. Wir wissen desweiteren, daß Menschen, die in diesem Sinne sozial und emotional marginalisiert sind, hinsichtlich ihres Über-lebenswillens auf ihre einfachsten Instinkte reduziert werden, was sich in Sozialneid, Fremdenhass, psychischen und somatischen Erkrankungen sowie selbstzerstörerischen Reaktionen und kriminellen Handlungen niederschlagen kann. In der Welt des Ausgegrenztseins zeigt diese Gesellschaft ihren eigent-lichen Charakter, den sie im Rausch ihrer Erfolge so gerne vergessen und verdrängen möchte: sie war und ist eine Gesellschaft der sozialen Überlebens-kämpfe.

Solange der Kuchen, der zu verteilen war, in Zeiten hoher Wirtschafts-wachstumsraten stetig größer wurde und alle von diesem größer werdenden Kuchen auch ein größeres Stück abbekamen, war der grundsätzlich aggressive Verteilungsmechanimus des marktwirtschaftlichen Kapitalismus nicht so augenfällig. Doch in Zeiten von Stagnation und Rezession zeigt das System sein wahres Gesicht:
Immer mehr Menschen verarmen, während gleichzeitig andere immer reicher werden. Das, was sich als sogenannte freie Marktwirtschaft tarnt, ist nichts anderes als die Freiheit der wirtschaftlichen Starken, Mensch, Natur und Gesellschaft nach ihren Interessen manipulieren und ausbeuten zu können. Das Gemeinwohl, also das Wohl aller, ist für viele Modernisierungsgewinner nur noch ‘folkloristische’ Attitüde, denn um die Gestrandeten sollen sich gefälligst die Sozialarbeiter kümmern, doch bitte nicht so teuer und auch ein wenig effizienter, wenn’s geht. Wobei ja nicht vergessen werden darf, daß die Sozialarbeit nicht eine gesellschaftliche Integration leisten kann, welche die Gesellschaft im Grundansatz gar nicht will. Dennoch ist Sozialarbeit wichtiger denn je, vor allem als praktisch-menschliche Solidarität für die, die sich im gesellschaftlichen Abseits verloren fühlen. Doch wirklich behoben wird die Pathologie gesellschaftlicher Spaltungen erst durch einen humanistischen Bewußtseinswandel von Mensch und Gesellschaft, in welchem das Wohlergehen aller oberste Priorität hat.

Die Frage ist also mehr als berechtigt, warum die Sozialarbeit die wirtschafts-politische Ideologie einer Gesellschaft als konstituierendes konzeptionelles und organisatorisches Selbstverständnis übernehmen sollte, die für die Entstehung jenes psychosozialen Elends verantwortlich ist, welches die Sozialarbeit zu betreuen hat. Wer für seine Klienten glaubhaft sein will, wird in diesem Sinne auch ein Stück innere Distanz zu dieser Gesellschaft der Erfolgreichen haben müssen, denn diese Gesellschaft hat bei ihrem Verteilungswettbewerb eben nicht Plätze für alle reserviert, vielmehr bezieht sie die Marginalisierung bestimmter Bevölkerungsanteile in ihre Kalkulation nüchtern mit ein. Insoweit ist unsere Gesellschaft als eine primitive Gesellschaft zu bezeichnen, da sie sich trotz aller Wohlfahrtsinstrumente und technologischen Fortschritte primär von niederen menschlichen Instinkten und egoistischen Erfolgsinteressen  leiten läßt. 

Deshalb kann - als menschliches Gegengewicht zu diesem antisozialen Grundcharakter unserer Wirtschaftsgesellschaft - die höchste innere Essenz sozialer Arbeit letztlich nur die Liebe selbst sein, weil nur sie Qualitäten wie Mitgefühl, Empathie, Fürsorge und Teilen hervorbringt. Diese entspringen im Eigentlichen der spirituellen Quelle des Menschen, seinem Herzen, und weniger jenen Leistungs- und Produktbeschrei-bungen, denen jede Sinnlichkeit abhanden gekommen ist.

Insoweit kann es zwar zwischen SozialarbeiterInnen und UnternehmerInnen partielle Kooperation geben, insbesondere als es sich zunächst  in jedem Fall um Menschen handelt, aber in der jeweiligen Ideologie vom Sinn des Daseins wird es  Kontroversen geben müssen, weil Solidarität einerseits und Konkurrenz andererseits als jeweils sinnstiftende Grundelemente dieser beiden System-segmente im tatsächlichen Widerspruch zueinander stehen. Wenn sich die Sozialarbeit also ein Sprach- und Normensystem überstülpen läßt, daß letztlich in der wettbewerbsorientierten Konkurrenzwirtschaft geboren ist, dann schafft sie im Grunde genommen ihre originäre Sinngebung ab: die Nächstenliebe. Die Marketing-Orientierung gehört also m. E. nicht in das Fühl- und Denksystem der Sozialarbeit, was nicht bedeutet, daß Projekte und Einrichtungen sozialer Arbeit sich nicht ein wenig selbstbewußter und ‘unterhaltsamer’ in der Öffentlichkeit darstellen könnten. 

Aber wenn man schon ein Umdenken in der Sozialarbeit wünscht, muß dann das rettende Ufer wirklich die Philosophie der deregulierten Marktwirtschaft sein ? Kann die Sozialarbeit sich nicht selbst neu definieren ? Sollen die ‘neuen’ Steuerungsmodelle die letzte Antwort auf die sozialen Fragen sein, für welche die Sozialarbeit eine nicht unerhebliche Verantwortung wahrnimmt ? Sicher nicht !

Nicht zu leugnen ist ja auf jeden Fall, daß die soziale Arbeit in Leistungs-kontroll- und Kostenrechnungsverfahren eingebunden ist, die in einem wesentlich größeren Ausmaß als früher den Arbeitsalltag prägen und die Energien der MitarbeiterInnen binden. In diesem Zusammenhang ist die faktische Macht der Verwaltungen, Behörden  und zuständigen politischen Instanzen gewachsen, was einerseits als dezidierter Erwartungs- und Erfolgsdruck von außen wahrgenommen wird und gleichzeitig zu einer Zunahme von Selbstkontrolle und Selbstevaluation geführt hat. Wobei die Frage nach den Ergebnissen der eigenen Arbeit sicherlich nicht schädlich sein kann. Doch für einen authentischen und ehrlichen Bericht über das, was in den sozialen Projekten und therapeutischen Einrichtungen an konkreten Aktivitäten und Maßnahmen passiert, ist entscheidend, ob dieser in einem Klima des Vertrauens entwickelt werden kann oder nicht. Nimmt aber der legitimatorische Druck auf die KollegInnen zu, wird dies das Unbehagen an und in der Arbeit zunächst einmal steigern. Denn jedes von dritter Seite definierte Kontrollverfahren begründet ja auch ein strukturelles Mißtrauensverhältnis, welches jede frei fließende menschliche Kreativität erstickt. 

Wer also wirklich Innovation und Zufriedenheit von KlientInnen und Mit-arbeiterInnen will, wird für einen Rahmen sorgen müssen, in dem sich alle Beteiligten grundsätzlich wohl fühlen können. Ich glaube, es gibt nicht unerhebliche ‘Effizienzeinbußen’, weil das Unwohlsein in der sozialen Arbeit durch Ausweitung von Kontrolle und Druck zugenommen hat und damit eine erhebliche Mehrbelastung für die KollegInnen entstanden ist. Insoweit wird vermutlich genau das Gegenteil von dem passiert sein, was mit der Einführung der Steuerungsmodelle neben sparpolitischen Motiven auch intendiert war: eine verbesserte Wirksamkeit der eingesetzten Hilferessourcen.

Menschen sind aber - egal  wo - dort am erfolgreichsten, wo die Arbeit Freude und Zufriedenheit erzeugt. Träger und Verwaltungen hätten also die Aufgabe, die Rahmenbedingungen für die Arbeitszufriedenheit der KollegInnen so zu gestalten, daß diese sich im Einklang mit sich selbst befinden können und sich nicht wie kontrollierte Untergebene fühlen müssen. Dieser Gestaltungs-rahmen muß den MitarbeiterInnen ein ausreichendes Maß an konzeptioneller Selbst-bestimmung zugestehen, denn wenn in der Arbeit nicht auch ein ganzes Stück Freiheit geatmet werden kann, wird die Frustration zwangsläufig zunehmen. Nicht vergessen werden darf ja dabei, daß die soziale Arbeit mit den ver-schiedensten Zielgruppen ohnehin nicht leicht und einfach ist, denn sie fordert von den KollegInnen einen hohen Kräfteeinsatz. 

Die Sozialarbeit sollte sich deshalb m.E. die Freude erlauben, ihre Konzepte wieder mehr in Autonomie und mit erheblicher Eigenkreativität zu entwickeln; und zwar unabhängig davon, ob sich die möglichen Arbeitsergebnisse für irgendein Qualitätsmanagment oder Kontroll-verfahren günstig rastern und verwerten lassen oder nicht. Im Vorder-grund muß neben den Interessen der Zielgruppen unbedingt auch die Freude an und die Liebe zur eigenen Arbeit stehen, denn ohne diese wird sie im menschlichen Sinne - auch in Bezug auf ihre Adressaten - nicht erfolgreich sein können. 

Ich kann bisher nicht sehen, daß Sinn und  Freude sowohl für die berufstätigen Sozialarbeiter als auch für deren Klienten durch die neuen marktwirtschaft-lichen Ideologien und Verfahren optimiert worden wären. Aber unter Umständen irre ich mich. Eine kritische Bilanz könnte in diesem Zusammenhang vielleicht hilfreich sein; denn die neuen Steuerungsmodelle sind ja inzwischen auch schon ein wenig älter geworden. 

Wolfgang Harm, Sozialpädagoge und Autor
(veröffentlicht  in: “Krankenhaussozialarbeit forum”, Heft 2 / 2003)


Die Abschaffung des Sozialen   (2004) 

- Politische Betrachtungen aus dem Blickwinkel sozialer Arbeit - 

“Handelt, als wäret ihr von nichts und niemandem getrennt,
und ihr  werdet morgen eure Welt heilen.”
aus: Neale Donald Walsch,
”Gespräche mit Gott”, Bd. 3, S.67

Im allgemeinen Lamento zur Lage der deutschen Wirtschaft ist regelmäßig von der Steigerung der Produktivität und Rentabilität die Rede sowie von Konkurrenzfähigkeit und notwendiger Kostenersparnis. Auch die soziale Arbeit ist, seitdem die staatlichen Verwaltungen im Rahmen der mit  enthusiastischem Eifer deregulierten Marktwirtschaft die so genannten neuen Steuerungs-modelle eingeführt haben, verstärkt der Penetranz buchhalterischen Kosten-Nutzen-Denkens ausgeliefert. Ich habe einige Aspekte dieses Themas bereits an anderer Stelle erörtert, doch habe ich den Eindruck, daß sich die Versorgungssituation im Kinder- und Jugend- sowie im Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsbereich, durch kommunale Finanzmittelknappheit und ideologische Fixierung auf scheinbar moderne technokratische Verwaltungsmodelle, qualitativ und quantitativ eher verschlechtert denn verbessert hat. Insofern macht diese Zuspitzung der materiellen Notlagen von Menschen und sozialen Institutionen im Rahmen des neoliberalen Gesellschaftsumbaus eine weitere Erörterung des Themas  notwendig. Die hier aufgestellten Behauptungen sind zugegebenermaßen sehr subjektiv, denn ihnen liegen keine wissenschaftlichen Daten zugrunde. Vielleicht mag der Eine oder die Andere sich dennoch mit seinen bzw. ihren eigenen Empfindungen in meinen Betrachtungen wieder finden; dies würde mich freuen. 

Jene, die sich seinerzeit gegen die  Einführung der neuen Steuerungsmodelle mit dem Argument wehrten, diese seien lediglich ein Instrument staatlicher Sparpolitik, können sich heute durchaus bestätigt fühlen, denn das Zusammenstreichen von Haushalts- und Stellenplänen, das Kürzen von Finanzbudgets und staatlichen Zuwendungen, bisweilen sogar das Schließen ganzer Einrichtungen hat ein bedenkliches Ausmaß angenommen. Man könnte sogar behaupten, die Implantation einer neuen betriebswirtschaftlich orientierten Berufsrethorik war nur der Nebel, mit dem dieser Kapitalausstieg des Staates verschleiert werden sollte. Doch so viel dämonisierende Boshaftigkeit wollen wir nicht unterstellen, wenngleich auch damals schon Sparpolitik und Effektivierungsbemühungen durchaus Hand in Hand gingen. Die fatalistische Hoffnung, daß die Marktwirtschaft auf organische und rentable Weise auch den gesamten sozialen Bereich auf neue Weise bedarfsgerecht regeln wird, erweist sich zunehmend als Trugschluß, da freies Unternehmertum nur dort Versorgung gewährleistet, wo solide Profitabilität zu erwarten ist. 

Es gibt jedoch gesellschaftliche Verantwortungsbereiche, die nicht privatisiert und monetarisiert werden können, weil Kranke, Obdachlose, Drogenabhängige, Schüler, Studenten, Kita-Kinder und benachteiligte Menschen eben nicht primär Kunden sondern in erster Linie Klienten bzw. Menschen sind, denen zunächst einmal unabhängig von ihren materiellen Möglichkeiten, Fürsorge und Förderung zusteht. Zieht sich der Staat aus diesen Bereichen stetig zurück, ohne daß anderweitige Angebote gewährleistet sind, nimmt er eine schleichende Verwahrlosung dieser gesellschaftlichen Segmente in Kauf. Erschreckend ist, wie auch die Medien fast einhellig diesen Ausstieg aus dem angeblich zu teuren Sozialstaat ideologisch beharrlich untermauern. 

Reformwilligkeit wird heute jenen zuerkannt, die bereit sind, einen brutalen Abbau von sozialen Leistungsansprüchen vorzunehmen. Die Umverteilung von Arbeit und gesellschaftlichem Reichtum ist in diesem Kontext stärker tabuisiert denn je. 

Überhaupt scheint seit dem notwendigen Abdanken der kommunistischen Regime die Frage fast verboten zu sein, welche Aufgaben der Staat denn unabhängig von konjunkturellen Schwankungen des Marktes für seine Bürger unabdingbar zu regeln hat. Zivilisierte Gesellschaften haben ja bestimmte Angebote wie Bildung, medizinische Fürsorge sowie soziale Hilfe für seine Bürger auf  jeden Fall zu gewährleisten, da wir schließlich nicht mehr in großfamilären oder kommunitären Systemen leben, in denen die Menschen des engeren Umfeldes die Betreuung und Förderung des Nachwuches oder der Kranken und Schwachen bewerkstelligen. In dem Maße wie die familiären Netzwerke im Laufe der Geschichte diese Bedeutung einbüßten, sind deren Funktionen notwendigerweise sozialisiert worden. Flächendeckende Hilfe- und Förderstrukturen sind gewachsen, in denen die Bildung, Erziehung  und Behandlung von Menschen erfolgt. 

Wenn es aber in diesem Bereich Einschränkungen geben soll, weil gewisse gesellschaftliche Interessengruppen mit Hilfe einer neoliberalen Wirtschaftsideologie solche staatlichen Versorgungskapazitäten zurückbauen wollen, dann bleibt zumindestens zu klären, wie diese Aufgaben im Rahmen alternativer Strukturen bewältigt werden sollen. Wenn wir dies nicht tun, erfolgt zwangsläufig eine zunehmende Privatisierung der sich aus einem solchen Rückzug ergebenden Risiken, wie dies zurzeit immer lautstärker von Politik und Medien propagiert wird. Die Inanspruchnahme privater Anbieter können sich aber nur wohlhabende Menschen mit ausreichendem Einkommen leisten. Für die Anderen bleibt ein ausgedünntes und teilweise fragmentiertes Grundsystem, das seine originären Funktionen nicht mehr vollständig bzw. nur noch defizitär erfüllt. 

Folgende Fragen mögen das sich daraus ergebende Dilemma verdeutlichen:

Sollen Menschen, die ein Leben lang geschuftet haben, im Alter von einer Armutsrente leben müssen ? Sollen Hausfrauen die Lehrer an den Schulen ersetzen ? 

Soll jemand der seine Arbeit verliert, seinen Anspruch für sein Kind auf einen Kita-Platz verlieren ? Sollen Jugendliche ihre Freizeit überwiegend nur noch auf der Straße verbringen können ?

Sollen Kranke ihre Behandlung immer öfter aus eigener Tasche bezahlen ?

Sollen Obdachlose im Winter (er-)frieren ? 

Sollen Drogenabhängige verjagt statt therapiert werden ? 

Sollen immer mehr Jungerwachsene ohne Chance auf Ausbildung und Arbeit bleiben ?

Sollen nur noch jene studieren, die sich dies auch leisten können ?

Um den dissozialen Trend unserer heutigen Gesellschaft zu charakterisieren, mögen diese Beispiele genügen, wenngleich deren Auflistung sicherlich noch zu vervollständigen wäre.

Doch diese Entwicklung ist insgesamt nicht neu; denn wir haben schon länger gesellschaftliche Teilhabesegmente, die durch zunehmende Kommerzialisierung und Verteuerung nicht mehr jedem zugänglich sind: Bahn fahren ist für manche Familien ebenso unbezahlbar geworden wie Besuche im Theater, in der Oper oder eine Urlaubsreise. Autofahren wird ebenfalls ein Luxus, den sich immer weniger Menschen leisten können. Auch die Nikotinsucht reißt in manchen eng gestrickten Privathaushalt immer größere Löcher. Gleichzeitig haben wir neue wohlhabende Gesellschaftsschichten, die Dienst- und Hausmädchen in ihren Privathaushalten beschäftigen können. Dienstleistungen, die oft jene ver-richten, die einem latenten oder akuten Verarmungsrisiko ausgesetzt sind. Und im übrigen gewährleistet schon lange nicht mehr jeder Lohn die Deckung der einfachen Lebenshaltungskosten (“working poor”).

Die Etablierung von Billiglohngruppen bei gleichzeitiger Herabsetzung des Sozialhilfestandards wird den bereits bestehenden Ghettoisierungsprozeß in größeren und mittleren Städten fortsetzen und zuspitzen. Dabei werden sich die Gegensätze zwischen Arbeitsplatzbesitzern und Erwerbslosen erheblich verschärfen, was das Angstpotential bei den Arbeitnehmern vor Verschlechterung oder Verlust ihres sozialen Status’ weiter schüren wird. Ein solches Klima erlaubt den Arbeitgebern, den lohnabhängigen Arbeitnehmern immer mehr Lohneinbußen, Gehaltsrückstufungen, Zulagenkürzungen und die Erhöhung der Wochenarbeitszeit zuzumuten, ohne größeren Widerstand befürchten zu müssen.

Die Lebenshaltungskosten sind seit Jahren einem stetigen Preisanstieg ausgesetzt, während das Reallohnniveau insgesamt sinkt. Familien, die heute noch mit dem Erwerbseinkommen nur eines Familienmitgliedes zurechtkommen, gehören zunehmend der jüngeren Vergangenheit der bundesrepublikanischen Wohlstandsgesellschaft an.
Es geschieht sicher nicht zufällig, daß in einer solchen kritischen Phase sozialer Polarisierung und politischer Verunsicherung von den ‘Modernisierern’ aus den verschiedensten politischen Lagern angestrebt wird, z.B. Zahnersatzbehandlungen künftig überwiegend selbst zu finanzieren, die Arbeitslosenhilfe der Sozialhilfe anzugleichen, Krankengeld durch private Versicherung  zu gewährleisten, das Renten-einstiegsalter anzuheben u.ä.m.. In diesem Zusammenhang singen fast  alle das gleiche Lied: “Wir können uns den Sozialstaat alter Prägung nicht mehr leisten !” Wenn man manche Lieder lange genug singt, gehen sie einem nicht mehr aus dem Kopf. Ob diese Melodie aber die Realitäten angemessen beschreibt, erscheint mir mehr als fraglich, auch wenn unbestritten ist, daß dem Staat immer mehr Steuer-einnahmequellen verloren gehen.

Doch insgesamt ist die sozialpolitische Gegenöffentlichkeit schwach oder komplett verschwunden. Die Grün-Alternativen haben sich mehrheitlich die Möglichkeit freien Denkens durch die Vereinahmung von Machtämtern genommen. Und ans große Geld traut sich keiner heran. Die SPD hat die Vermögenssteuer vor kurzem verworfen. Ein einheitliches europäisches Steuerrecht, welches die Steuerflucht zumindestens partiell eindämmen würde,  ist nicht in Sicht. Und um die Arbeitslosigkeit zu beseitigen, sollen nun alle wieder mehr und länger arbeiten. Auch die sogenannte Intelligenz scheint wie betäubt von der allgegenwärtigen Dominanz und Unerschrockenheit neoliberaler Interessenpropaganda. Das in jenen europäischen Ländern, in denen die Wochenarbeitszeit am niedrigsten ist, auch die Arbeitslosigkeit am geringsten ist, scheint in diesem Kontext niemanden mehr wirklich zu interessieren.

Nun, es ist nicht zu übersehen, daß die Neoliberalen seit langem die geistig-politische Hegemonie errungen haben, die jede sozialpolitische Verant-wortlichkeit vermissen läßt. Dabei ist es ihnen gelungen, auch die Meinungs-macher in den Medien zu dominieren und mit ihrer Ideologie der Deregulierung zu ‘imprägnieren’. Der Interessenegoismus ist mit nie da gewesener Macht auf dem Vormarsch. Mitgefühl ist ‘out’, Geiz ist ‘geil’ und das, was sich nicht rechnet, gehört abgeschafft, weil es letztlich zu teuer ist. 

Die globalisierte “Religion” vom Markt als Allheilmittel ist im Begriff, den Staat als Garant für soziale Verantwortung zu demontieren und das menschliche Herz als Quelle der Nächstenliebe der Lächerlichkeit preiszugeben

Der die Gesellschaft polarisierende materielle Erfolg Einzelner wird zum Wertmaßstab für richtige oder falsche Politik. Wohlergehen und Chancengleichheit für alle Menschen sind als visionäre Ideale beseitigt. Was bleibt, ist der Zynismus des eigenen Überlebens-kampfes. In ihm dokumentiert sich die Gewalttätigkeit des Prinzips, nach dem diese Konkurrenzgesellschaft funktioniert: Nur der Starke überlebt. 

Wenn zugelassen wird, daß sich eine solche lieblose und anti-soziale Philosophie weiter ausbreitet und die Deregulierung als Rückbesinnung auf die primitiven Urkräfte des Marktes auch gewachsene soziale und pädagogische Tätigkeitsstrukturen erfaßt, so wird dies letztlich in der Abschaffung des Sozialen münden. Wobei ich mich nicht der Illusion hingeben möchte, die in der sozialen Arbeit tätigen Menschen könnten diesen Erosionsprozeß in irgendeiner Weise stoppen. Doch sicherlich ist es notwendig, die eigene Entfremdung im Rahmen pseudomoderner Kontroll- und Steuerungsstrukturen konkret und auch ideologisch zu durchschauen, um ein Stück Autonomie des eigenen Selbst’ retten zu können. Denn die Anpassung an das betriebs- und marktwirtschaftliche Denken hat auch in den sozialen Arbeitsfeldern bereits in bedenklichem Umfang stattgefunden. Die Folge ist, daß die soziale Arbeit ihre eigene Ausbeutung bewerkstelligen hilft, in dem sie vieler Orten einer Qualitätssteuerung zustimmt, die nichts Anderes als Dirigismus, technokratische Kontrolle und vor allem die quantitative Ausschöpfung und Ausbeutung  bestehender oder sogar verminderter Ressourcen im Auge hat. In diesem Sinne hat sukzessive ein fremd gesteuertes Effektivitätsdenken in den sozialen Einrichtungen Einzug gehalten, welches ihre politische sowie pädagogisch-therapeutische Selbstbestimmung  Stück für Stück einschränkt bzw. aufhebt.  Manche Projekte und Träger sehen sich inzwischen sogar gezwungen, selber Mittel zu erwirtschaften, um ihren Haushalt zu konsolidieren. Doch im Rahmen sozialer Arbeit mit Bedürftigen und Marginalisierten wird die Gewinnmaximierung nie oberste Priorität haben können, da diese Zielgruppen als Kunden kaum marktwirtschaftliche Relevanz besitzen. Insoweit werden soziale Träger immer von öffentlichen Geldern abhängig sein. Auch die dramatische Finanznot von Städten und Gemeinden ändert nichts an solchen strukturellen Bedingtheiten.

Doch werden gewisse und absehbare Entwicklungstendenzen den legitimatorischen und existentiellen Druck auf die Sozialarbeit erhöhen. Zum Einen wird die Verknappung von Steuereinnahmen die finanzielle Lage der Kommunen verschärfen, dies wird zu weiteren Budgetkürzungen bei den sozialen Trägern führen, was wiederum die Rücknahme von Angebots-segmenten bzw. die Schließung von Einrichtungen zur Folge haben wird. Gleichzeitig wird die im Bereich sozialer Leistungen angekündigte Kürzungspolitik die psychosoziale Situation der davon Betroffenen verschlechtern, was sowohl quantitativ als auch qualitativ mehr Arbeitsbelastung für die vorhandenen Beratungs- und Behandlungseinrichtungen bedeuten wird.

Zum Anderen wird der Arbeitsplatzvernichtungseffekt durch Automation, technologische Innovationen und betriebswirtschaftliche Einsparmaßnahmen zu einem weiteren Anstieg der Erwerbslosenzahlen führen. Auch dies stellt für die Sozialarbeit eine erhebliche Herausforderung dar, der sie mit den aktuellen Ressourcen jedoch nicht gewachsen sein wird. 

Die Absurdität dieser Entwicklung ist also offensichtlich: die Gesellschaft entläßt immer mehr Menschen ins soziale Abseits, privatisiert jedoch stärker denn je die sozialen Risiken und dünnt gleichzeitig die Angebotslandschaft der sozialen Betreuungs- und Behandlungs-institutionen aus. 

Oft hört man, Deutschland hätte selbst nach dem geplanten Sozialumbau im Vergleich zu anderen Ländern immer noch ein sehr gutes Sozialsystem. Solche Vergleiche haben oft nur die politisch-psychologische Funktion, die Schmerzen realer Tatsachen und Zumutungen erträglicher zu machen. Bundesdeutsche Zustände sind natürlich nicht mit denen in Sao Paulo vergleichbar und doch will die neoliberale Politik offenbar in Kauf nehmen, daß wir zumindestens us-amerikanische Zustände bekommen. Zurzeit leben in Deutschland offiziell 1% der Bevölkerung in Armut, in den USA sind es hingegen etwa 17%. Manche Marktideologen scheinen deshalb zu glauben, der bundesdeutschen Bevölkerung sei bezüglich der Absenkung ihres sozialen Lebensstandards  noch einiges  zuzumuten. Während die Menschheit sich wissenschaftlich-technologisch weiterentwickelt, können wir offenbar gleichzeitig eine Retardierung unserer sozialethischen Wertehaltung konstatieren. Die “globale Diktatur des Profits” unterhöhlt und zerstört kontinuierlich den sozialen Frieden der so genannten Wohlstandsgesellschaften.

Nun, die These von der Abschaffung des Sozialen behauptet nicht den totalen Abbau der sozialen Systeme in Deutschland. Gemeint ist zunächst primär, daß die Marktideologie das  Soziale nicht kennt, weil es ihr wesensfremd ist. Ludwig Erhard und die CDU haben in den 50er Jahren der Marktwirtschaft die Attitüde ‘sozial’ verpaßt, weil sie dem nach Krieg und Faschismus diskredi-tierten Kapitalismus erneute Attraktivität verschaffen wollten. Die kapitalis-tische Marktwirtschaft ist in ihren  Grundfunktionen nicht sozial und kann dies auch nicht sein, weil sie ein Konkurrenzsystem ist, welches Solidarität funktional nicht zu läßt. Wer eine soziale Markwirtschaft will, muß also um sie herum ein soziales Netz bauen; und dies war bis vor einigen Jahren auch gesellschaftlicher Konsens. Die Neoliberalen haben diesen Konsens inzwischen aufgekündigt: Markt und Wirtschaft funktionieren angeblich nur optimal, wenn der Staat sich möglichst wenig einmischt.  Tatsache ist jedoch, daß sich der Markt für seine Verlierer und Opfer kaum interessiert, denn mit ihnen ist kein Geld zu verdienen.

Und so erweist sich die Deregulierungspolitik der letzten Jahre zunehmend als Demontage sozialer bzw. gesellschaftlicher Errungenschaften, welche die gesellschaftliche Solidarität gegenüber allen Bürgern zum Ausdruck brachte. Der (entfesselte) Markt kennt nur Kunden, welche seine Produkte und Dienstleistungen kaufen bzw. bezahlen können. Sein erstes Motiv ist Gewinn zu erwirt-schaften, denn sonst überleben Produzenten und Dienstleister nicht. Er stellt insoweit in primitives System dar, welches von einem kooperativen System abgelöst werden sollte, welches auf Ausgrenzung verzichten will. 

Die Abschaffung des Sozialen ist also die Folge einer Deregulierungs-politik, welche die Marktwirtschaft in ihrer puren Essenz realisieren und sie mechanistisch auf alle gesellschaftlichen Bereiche ausdehnen will.  Die Abwesenheit von Mitgefühl und Solidarität sind ihr nicht fremd sondern immanent. Und dies ist so, weil ihr sinnstiftender Urgedanke nicht aus der Liebe zum Leben sondern aus der Angst vor dem Überleben und der Furcht, es könnte nicht genug für alle da sein, geboren ist. Solange aber dieser fatale Mythos nicht überwunden wird, werden Menschen um die Ressourcen dieser Erde auch in Zukunft streiten und kämpfen. 

Wolfgang Harm,   2 0 0 4
(Veröffentlicht im: Sozialarbeiterbrief des Pflegeverbundes, Ausgabe 2/2004)


 “(K)Einer flog über’s Kuckucksnest.”  (2005)

Inspirationen zum Thema ‘Lebensfreude und soziale Arbeit’

“Eure Gesellschaft steht kurz davor,
zum Produkt der Technologie zu werden,
statt daß die Technologie ein Produkt
eurer Gesellschaft ist.
Wenn eine Gesellschaft zum Produkt
ihrer eigenen Technologie wird,
zerstört sie sich selbst.”
(N.D.Walsch, “Gespräche mit Gott”, Bd.3, S. 348)

 
Sind Steuerungsmodelle, Qualitäts-Standardisierung, Erfolgskontrollen u.ä. letztlich der Versuch, die Funktionsweise des technologisch-ökonomischen Komplexes, der inzwischen in immer mehr gesellschaftlichen Bereichen die geistige und praktische Hegemonie im Denken und Handeln übernommen hat, auch im Bereich der Sozialarbeit durchzusetzen ? Nun, es wird wohl kaum jemanden geben, der dies bestreiten möchte. Über das Ausmaß dieser Entwicklung wird man unterschiedliche Einschätzungen haben können. Doch während die Einen diesen Umstrukturierungsprozess als notwendige Disziplinierung scheinbar beliebigen sozialarbeiterischen Tuns begrüßen, dessen Erfolge nun endlich meßbar werden sollen, sehen Andere darin eine schleichende Auflösung ihrer pädagogisch-therapeutischen Autonomie, die eine sukzessive Entfremdung zwischen SozialarbeiterInnen und ihrem Klientel mit sich bringt.

Auf jeden Fall ist vielerorten unbestreitbar zu festzustellen, dass die Quantifizierung und Schematisierung von professionellen Handlungsmustern den Berufsalltag im sozialen Bereich verändert haben. Ebenso eindeutig ist, daß das Protokollieren und  Dokumentieren der verschiedenen hilfespezifischen Aktivitäten und Maßnahmen einen erheblichen Mehraufwand bedeuten. Im Interesse einer Steigerung von Effektivität und Produktivität hat die Einführung einer strengen Zeitökonomie gleichzeitig den strukturellen Verlauf des Arbeitsalltages in den sozialen Tätigkeitsfeldern erheblich komprimiert und die Ausbeutung der individuellen Ressourcen der beruflichen Helfer erhöht. 

In diesem Zusammenhang müssen wir außerdem eine Verschlechterung der materiellen Arbeitnehmerbelange zur Kenntnis nehmen. Wir sollen mehr, besser und schneller arbeiten, aber häufig für weniger Geld und immer öfter im Rahmen zeitlich eng begrenzter Arbeitsverträge. Aber in solch unsicheren Zeiten wächst auch in unserem Berufsstand die Bereitschaft, all diese problematischen Veränderungen hinzunehmen, um seinen Arbeitsplatz zu sichern und zu erhalten.

Die Zunahme von Erwartungs- und Erfolgsdruck haben sowohl das Klima in den Teams der verschiedenen Einrichtungen und Institutionen als auch innerhalb der sozialen Arbeitsprozesse selbst verändert. Das Unbehagen in und an der Arbeit wächst. 

Es mag in diesem Kontext ein wenig weltfremd anmuten, wenn wir angesichts dieser sich verschärfenden Situation die Frage nach dem Grad der Arbeits-zufriedenheit und der Bedeutung von Lebensfreude im Rahmen sozialer Arbeit in den Focus nehmen. Vermutlich haben wir uns alle daran gewöhnt, daß Arbeit zunächst einmal dem Gelderwerb dient und weniger der Erlangung von Freude. Im dem Feld “professioneller Nächstenliebe” mag dieser Aspekt noch eine ganz besondere Bedeutung haben. Ironisch zugespitzt könnte man fragen: “Darf man für so etwas ‘Gutes’ wie Sozialarbeit überhaupt so etwas ‘Schlechtes’ wie Geld nehmen ?” Sie mögen bei dieser Aussage vielleicht schmunzeln oder irritiert sein. Doch in der christlich gesprägten Historie des institutionellen Helfens hat die Selbstlosigkeit oder Selbstverleugnung der Helfer immer eine psychisch-moralische Relevanz gehabt. Aber wenn wir uns der ursprünglichen Aussage zuwenden, die da lautet: “Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst !”, dann kommen wir unserem Thema “Lebensfreude und Soziale Arbeit” schon etwas näher.

Denn wer sich selber liebt, wird sich auch die Frage erlauben, ob ihm bzw. ihr die Arbeit eigentlich oder noch Spaß und Freude bereitet ?!  Insoweit ist eine ausgewogene Balance zwischen Sebstliebe und Nächstenliebe für das eigene Wohlbefinden im Rahmen sozialer Arbeit von erheblicher Bedeutung.

Wir leben zwar in einer Gesellschaft, in der Entspannung und Lustgewinn oft in den “Feier”-abendbereich delegiert werden, doch warum sollte der Arbeitsplatz nicht dennoch auch ein Ort der Freude sein ? Warum sollten wir Arbeit ertragen oder gar erleiden, um unser Geld (und die damit verbundenen Konsumfreuden) moralisch zu verdienen ? Spräche irgendetwas dagegen, für gute Arbeit auch gutes Geld zu bekommen ? Vielleicht kommen wir der Antwort etwas näher, wenn wir uns den Zusammenhang von Freude und Erfolg anschauen. Die Ausweitung von Kontrolle und die Verstärkung des Leistungsdrucks wird das subjektive Unbehagen in der Arbeit stets negativ beeinflussen. Je stärker ein Mensch unter Druck steht und je unfreier er sich fühlt, desto unglücklicher wird er sein. Die Beschränkung von individueller Freiheit, wo auch immer sie geschieht, wird sich immer auch als eine Einschränkung von Freude erweisen. Kann aber ein freudloser oder unglücklicher  Mensch erfolgreich und produktiv sein ? In manchen Unternehmen mag das (bedauerlicherweise) nicht von Interesse sein, solange Umsatz und Stückzahlen stimmen. Doch nach meiner Überzeugung wird gerade in der sozialen Arbeit nur ein Mensch, der in seiner Arbeit auch das Recht auf seine eigene Freude ernst nimmt, ein erfolgreicher Mensch sein. Meines Erachtens ist die Freude eine der am meisten vernachlässigten Erfolgsressourcen. Dies um so mehr, als ein sozial arbeitender Mensch, der in seinem Arbeitsalltag auch seiner persönlichen Lebensfreude Ausdruck verleihen kann und darf, auch für sein Klientel eine Quelle von Inspiration und Freude sein wird. Fragen Sie sich selbst ! Verbringen Sie ihre Zeit lieber in Gesellschaft von glücklichen oder von frustrierten Menschen ? Die Antwort dürfte Ihnen nicht schwer fallen. Dasselbe gilt aber insbesondere auch für unsere Klienten, Patienten oder Zielgruppen. Kontakte und Beziehungen leben davon, daß in ihnen - neben den notwendigen Konflikten - auch Verständnis, Harmonie und Freude möglich sind. Und für Klienten, die benachteiligt, traumatisiert oder sonst wie problembelastet sind, hat dies eine noch viel größere Bedeutung.

Wenn also Sie oder Ihr Arbeitgeber oder die zuständige Administration dafür sorgen, daß Sie in ihrem Arbeitsalltag auch das Recht auf eigenes Wohlbefinden realisieren und integrieren können, dann ist gleichzeitig auch etwas für das Wohlbefinden Ihres Klientels getan. Begünstigend ist es in diesem Zusammenhang, wenn Sie Ihre Berufsrolle nicht als enges Korsett begreifen und gestalten, sondern sich vielmehr als ganzer Mensch einbringen. Dies bereichert Sie selbst und auch  Ihre Arbeit und erlaubt außerdem dem Klienten, sich nicht nur als Klient zu fühlen, sondern ebenfalls als Mensch, der mit Ihrem Menschsein in Kontakt kommen kann. So entsteht Egalität, und dies hilft, hierarchisches Gefälle zu reduzieren. Denn ein Klient, der auf subtile Weise Ihr “Untergebener” ist, wird sich in Ihrer Nähe letztlich nicht wohl fühlen. Dies bedeutet nicht, daß Sie auf Ihre menschliche Autorität verzichten müssen -  im Gegenteil. 

Wie können wir nun mehr Freude konkret in unseren Arbeitsalltag hinein tragen ? Ich kann dies an dieser Stelle nur ansatzweise und grundsätzlich beantworten. Sorgen Sie dafür, daß Ihre Arbeitsräume Ihnen ein Stück Wohlbefinden ermöglichen. Bringen Sie Ihre ganz persönlichen Talente, Vorlieben und Potentiale in die Arbeit ein, sofern dies möglich ist. Fragen Sie öfters als bisher auch Ihre Klienten, was Ihnen Freude und Entlastung verschaffen kann. Gerade beeinträchtigte, behinderte oder benachteiligte Menschen sind dankbar, wenn Sie ihnen Mut machen - trotz aller Beschwernisse des Lebens - jene Dinge zu tun oder zu erfahren, die sie sich bisher versagt haben oder deren Realisierung ihnen unmöglich erschien. Wo gab es u.U. gute und schöne Erfahrungen, an die man dabei ggf. anknüpfen kann ? 

Konzepte sind notwendig, verbiegen aber oft auch die konkreten Realitäten des Alltags und versperren den Blick für die kleinen Freuden des Lebens, die Sie sich selbst und Ihren Klienten hier und jetzt bereiten können. Die sozialpädagogische Sprache hat meist ein Mangel an Sinnlichkeit und schafft Abstrak-tionen, die der Prosa des Lebens oft nicht entsprechen. Je konkreter und lebensnäher Sie in der Kommunikation mit den Klienten sein können, desto authentischer wird Ihr Kontakt sein. Tun Sie nicht so, als ob Sie auf alles eine Antwort haben. Trauen Sie Ihrem Gegenüber zu, daß er oder sie ebenso eine gewisse Lebensintelligenz besitzt. Erwecken Sie sein oder ihr Potential. Wenn Sie in diesem Sinne Freude schenken können, werden auch Sie selbst Freude erfahren.

Lassen Sie menschliche Nähe zu. Wenn es Ihnen möglich ist und sinnvoll erscheint, ermöglichen Sie auch respektvolle und behutsame Berührung. Rollen sind bisweilen hilfreich, schaffen aber manchmal auch unnötige Distanzen. Probieren Sie in der Arbeit neue Ideen aus, experimentieren Sie auch mit eigenwilligen Arbeitsansätzen. Vermeiden Sie Bewertungen von “richtig” und “falsch”; schauen Sie eher, was auf sinnvolle und befriedigende Weise funktioniert. Erlauben Sie sich Fehler zu machen und auch mal zu scheitern. Holen Sie sich ggf. Rückendeckung von Ihren Vorgesetzten oder Ihrem Träger. Streiten Sie für Ihre guten Ideen; setzen Sie sich dafür ein, daß auch andere neue Vorstellungen in die Arbeit einbringen können. Berufliche Traditionspflege kann helfen Bewährtes zu erhalten, aber manchmal ist es gut, gewohnte Arbeitsmuster in Frage zu stellen und andere Wege zu gehen. Wenn Sie sich und Anderen diese Freiheit gönnen, wird Ihre Arbeit frische Energie atmen und nur so werden Sie sich letztlich lebendig fühlen. 

Ermöglichen Sie im Rahmen Ihrer Verantwortlichkeit auch die Partizipation von Klienten. Die institutionell bedingte Einschränkung von Freiheit ist zur Minimierung von Risiken manchmal vertretbar. Aber überall dort, wo Sie Gestaltungsräume für die von Ihnen betreuten Menschen öffnen, werden Sie mehr Könnenserfahrungen ermöglichen und das Gefühl subjektiver Bedeutsamkeit steigern. Sehen Sie im Verhalten Ihrer Klienten nicht nur das Problematische und Defizitäre. Auch “krankhaftes” Denken und Tun kann für den Betroffenen eine legitime und adäquate Reaktion auf die Schwierigkeiten eines belasteten oder dramatischen Lebens sein. Bei aller Schwere der Ihnen begegnenden Menschenschicksale, erlauben Sie sich und Ihren Klienten, die Dinge hin und wieder auch mit Humor zu betrachten. Wenn Sie sich und Andere zum Lachen bringen können, schenken Sie selbst in der Not Freude. Auf diese Weise können Sie sogar ein Stück Heilung bewirken. 

Mancherorts absorbieren Teamkonflikte viel Kraft und Energie. Je weniger Regeln und Anforderungen Sie für Andere aufstellen, desto respektvoller und friedlicher wird Ihr Kontakt zu KollegInnen sein. Verlangen Sie von ihnen nichts, was Sie nicht auch selber bereit sind, zu tun. Streiten Sie auf versöhnliche Weise. Haben Sie dabei Ihr produktives Interesse mehr im Auge als Ihr fragiles Ego. In einem guten Team wird sicherlich auch gestritten, doch vermeiden Sie Fraktionsbildungen. Auch so wird Ihnen Ihr Arbeitsalltag mehr Freude bereiten. 

Hierarchien bilden kulturhistorisch Herrschaftsstrukturen ab, die der Interessendurchsetzung von oben nach unten dienten und dienen. Sie begünstigen die Entwicklung von Machtgefälle und  verhindern oft Autonomie und Selbstverantwortlichkeit der vor Ort arbeitenden KollegInnen. Wer eigene Ideen, die den Arbeitsalltag verändern bzw. bereichern, einbringen will, wird sich entsprechende Freiräume verschaffen müssen. Dies muß nicht zwangsläufig im Streit gegen irgendwelche Vorgesetzten geschehen. Man wird vielmehr lernen müssen, auch die “oberen Etagen” einer Institution für seine Ideen zu gewinnen. Chefs und Leitungskräfte, welche Interesse an einer lebendigen Arbeit haben, werden sich kaum dagegen wehren, wenn Sie dort mit einer guten Idee aufwarten. Wer mehr Freude in seiner Arbeit will, wird also den Mut zum Risiko nicht scheuen dürfen. Dennoch kann man sich, wenn man sich unsicher ist, ob man das, was man in Zukunft verändern möchte, überhaupt tun “darf”, durchaus Rückhalt bei Team-KollegInnen oder Vorgesetzten holen. 

Welche neuen Ideen in Bezug auf Ihren Arbeitsalltag Ihrer Fantasie und Lebensfreude entspringen mögen, weiß ich nicht. Doch ich bin mir sicher, daß wir der Zunahme von Fremdbestimmung in unserer Arbeit etwas Vitales und Kreatives entgegensetzen sollten. Auch unsere eigene Freude an der Arbeit, die wir täglich tun, ist dabei ein Gradmesser für Erfolg und  produktives Gelingen. Unsere Klienten werden es uns danken, denn wenn wir aus dem Schatten der Begrenztheit heraustreten, werden auch sie sich an unserem Licht erfreuen können. 

wolfgang harm,    märz 2005
(veröffentlicht in:  “Sozialarbeiterbrief“ des Pflegeverbundes, Ausgabe: 2+3/2005)